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Selbstmord

Selbstmorde kommen unter jungen Menschen häufiger vor als bei älteren Menschen?

Das stimmt nicht. Das Jugendalter ist gewiss nicht ganz ungefährlich: Die erste Liebe und deren Enttäuschung, Stress in der Schule usw. Dennoch nehmen die Selbstmorde pro Jahr und Altersklasse monoton steigend mit dem Älterwerden zu, von 5 pro 100 000 in der Gruppe der unter 20jährigen bis auf fast 50 pro 100 000 in der Gruppe der über 70jährigen. Je älter wir werden, desto eher scheiden wir aus freien Stücken aus dem Leben, und zwar zu allen Zeiten und in allen Ländern.

Dass dennoch die Selbstmorde gerade bei Jugendlichen eine solch große Rolle spielen, liegt daran, dass Jugendliche generell eher weniger sterben. Sie haben keinen Krebs und keine Kreislaufleiden, keine Altersschwäche und kein Alzheimer. Mit anderen Worten, in diesen Altersklassen sind Unfall, Mord und Selbstmord fast die einzigen möglichen Todesursachen, so dass der hohe Anteil von Selbstmord nicht überrascht.

(Quelle: Helmut Swoboda: Knaurs Buch der modernen Statistik, München 1971)