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Münzen

Immer wieder lässt sich beobachten, und vielleicht seid ihr selbst solche, daß Menschen ihre Münzen am Automaten wie irre kratzen, bevor sie sie einwerfen. Ich darf euch heute mitteilen: Es bringt nix! :)

Ihr seid alle Opfer eurer gestörten Wahrnehmung von Wahrscheinschlichkeit. Gehen wir davon aus, dass ich eine leicht fehlerhafte Münze einwerfe, die mit neunzigprozentiger Wahrscheinlichkeit akzeptiert wird und sie fällt beim ersten Mal durch. Ich fange also wie wild zum Reiben an und siehe da: jetzt klappt’s. Was ich dabei allerdings übersehe: die Münze wäre ja so oder so bei neun von zehn Fällen angenommen worden. Ich denke aber: super, Reiben hilft und verärgere somit die Automatenaufsteller, die schon nach kurzer Zeit verkratzte Automaten haben.

Nur nebenbei für die Klugscheißer: Moderne Automaten überprüfen die Münzen auf drei Eigenschaften, nämlich die Abmessungen, das Gewicht und den Anteil magnetisierbarer Metalle. So werden sogar ausländische Münzen aussortiert, die gleich groß und gleich schwer sind. Glaubt ihr jetzt immer noch, eines dieser drei Eigenschaften lässt sich durch Reiben verändern?

(Quelle: Christoph Drösser: Stimmt’s? Moderne Legenden im Test. Hamburg 1998)