Wenn Krokodile große Brocken Fleisch verschlingen, scheinen sie zu weinen. Aber nicht aus Trauer oder Reue, sondern weil sie in ihrer Fressgier oft viel größere Stücke schlucken, als in ihren Rachen passen. Dann schnappen sie hektisch nach Luft, das drückt auf die Tränendrüsen; so scheinen Krokodile dann zu weinen, wenn sie ihre Opfer fressen.
Vermutlich war der römische Historiker Plinius der erste, der die Tränen auf diese Weise in seiner “Historia naturalis” missgedeutet hat. Seitdem gelten sie als ein Symbol für vorgetäuschte, falsche Reue, aber in Wahrheit sind sie nur ein einfacher Reflex.
(Quelle: Walter Krämer: Lexikon der populären Irrtümer, PIPER Verlag 1998)