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Kaiserschnitt

Es gibt tatsächlich Leute, die glauben, dass diese Art ein Baby auf die Welt zu bringen etwas mit einem Kaiser oder Caesar zu tun hat. Aber der Name kommt wahrscheinlich von der “Lex regia” oder “lex caesarea” (caedere = ausschneiden), ein römisches Gesetz, wonach schwangeren, vor der Geburt verstorbenen Frauen das Kind aus dem Bauch geschnitten wurde. Hierbei ging es nicht darum, das selbige zu retten, sondern es getrennt von der Mutter zu begraben. Danach kann es auch nicht sein, dass wie der römische Schriftsteller behauptet, Caesar der “aus dem Mutterleib Geschnittene” war, denn seine Mutter hat seine Geburt weit überlebt.

Die ersten Kaiserschnitte an lebenden Frauen gab es im späten 15. Jahrhundert. So soll ein Schweinschneider Nufer aus dem Schweizer Kanton Thurgau um das Jahr 1500 in letzter Verzweiflung sein eigenes Kind per Kaiserschnitt von seiner lebenden Frau entbunden haben. Der erste in Deutschland an einer lebenden Mutter ausgeführte Kaiserschnitt geschah um 1610 in Wittenberg.

(Quelle: Karl Sudhoff: Kurzes Handbuch der Geschichte der Medizin, Leipzig 1922)