Gegenstände werden gerne nach ihrem Erfinder benannt: Das gilt aber für diese Tötungsmaschine nicht. Zunächst gab es ähnliche Fallbeile für den selben Zweck schon im alten Persien oder im deutschen Mittelalter, wo sie Namen hatten wie “Diele”, “Hobel” oder “welsche Falle”.
Nach Frankreich? kam das Fallbeil gegen Ende des 18. Jahrhunderts aufgrund eines Gutachtens des Arztes Dr. Anton Lous aus Metz. Deshalb war der erste Name für das Köpfungsgerät “Louisette” oder “Petite Louison”. Den ersten Prototyp hat übrigens ein deutscher Landsmann namens Schmitt konstruiert und das erste Opfer war der Straßenräuber Pelisier.
Den Name “Guillotine” ergab sich erst ein paar Jahre noch ihrer Premiere; in den Protokollen der Nationalversammlung von 1789 fand sich ein Antrag des Wundarztes Joseph Ignace Guillotin (1738-1814), dass bei der Todesstrafe, ungeachtet des Standes, immer die gleiche Art der Tötung anzuwenden sei.
Das Fallbeil sei dabei besonders geeignet, da es am humansten ist. Dr. Guillotin war also nicht der Erfinder dieses Beiles und seine Kinder waren so entsetzt darüber, dass ihr Name mit dem Terror der Französischen Revolution in Verbindung gebracht wurde, dass sie ihn nach dem Tod ihres Vaters änderten.
(Quelle: Fritz C. Müller: Was steckt dahinter? Namen, die Begriffe wurden, Eltville 1964)