In der Umgangssprache verwenden wir diesen Ausspruch, wenn es sich um Lüge oder Täuschung handelt.
Die Sache ist bereits im 15. Jahrhundert bezeugt. Ursprünglich jemanden X (=zehn) statt V (=fünf) anschreiben, d. h. an ein V ein umgekehrtes V setzen bzw. die Schenkel des V nach unten verlängern, sodass ein X entsteht.
Das lateinische Alphabet unterscheidet U und V grafisch nicht. Es kennt nur V für beide Laute. Unsere Altvorderen verwendeten bis ins 15./16. Jahrhundert fast ausschließlich römische Zahlzeichen. Da das lateinische V vielfach durch das deutsche U wiedergegeben wurde, setzte sich U durch.
(Quelle: Duden Taschenbücher: Redensarten. Mannheim 1999)