Redewendungen»Hinter Die Ohren Schreiben

Hinter Die Ohren Schreiben

Diese Redewendung ist vergesslichen Menschen gewidmet und beruht auf einem Rechtsbrauch aus dem 17. Jahrhundert. Bei der Festlegung von Gemeindegrenzen kam ein Knabe als Zeuge mit, der sich die Grenzsteine einprägen sollte. Per Ohrfeigen wurde dafür gesorgt, dass sich der Knabe auch noch im Alter an die Grenzsteine erinnert.

Bei Abschluss eines Vertrages, besonders auch bei Grenzbegehungen und Setzungen von Grenzsteinen gab es im Mittelalter “testes per aures tracti” (lateinisch für “an den Ohren gezogene Zeugen”).

Das Kneifen in die Ohren, das Ziehen an den Ohren oder sogar das Ohrfeigengeben, eventuell verbunden mit Geschenken, sollte dazu beitragen, dass sich die Zeugen, vor allem Kinder und jüngere Leute, im Alter noch an die vereinbarten Rechtsbestimmungen erinnerten. Diese schriftlich niederzulegen und die Dokumente dann zu archivieren, war eine aufwendige Angelegenheit, die nicht überall und zu jeder Zeit zu realisieren war. Bei Rechtsstreitigkeiten oder rechtlichen Zweifelsfällen wurden daher öfter ältere Leute befragt, wie in ihrer Jugend die Rechtslage gewesen sei.

(Quelle: Galilexikon)