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Archimedes

Archimedes (* um 287 v. Chr. erschlagen 212 v. Chr.) hat tolle Sachen entdeckt, z. B. Quadratwurzeln berechnen, kubische Gleichungen mit Hilfe von Kegelschnitten lösen und vieles mehr. Aber unter anderem wird ihm gerne nachgesagt, dass er die römische Belagerungsflotte vor Syrakus mit Brennspiegeln in Brand gesetzt. Diese Tat ist aber nachweislich unmöglich, wie moderne Ingenieure bei dem Versuch herausgefunden haben, sie zu wiederholen. Zwar waren Brennspiegel 212 v. Chr. schon bekannt, aber ein fahrendes Schiff aus größerer Entfernung so in Brand zu setzen, ging über die damaligen technischen Möglichkeiten weit hinaus. Der römische Historiker Plutarch, der sonst alle Verteidigungsmaßnahmen des Archimedes für die Nachwelt notierte, erwähnte die Spiegel nie. Zum ersten Mal tauchten sie rund 700 Jahre später in einer Abhandlung über Hohl- und Brennspiegel des Anathemios von Tralles auf, und dann nochmals weitere 600 Jahre später in der Weltchronik des Mönches Johannes Zonaras. Und seitdem sind die Brennspiegel des Archimedes aus dem kulturellen Erbe des Abendlandes nicht mehr wegzudenken.

(Quelle: Gerhard Prause: Tratschkes Lexikon für Besserwisser, München 1986)