Das Neandertal gab dem Neandertaler seinen Namen. Und wer dem Neandertal?
Der evangelische Kirchenlieddichter Joachim Neander (1650 bis 1680). 1674 wurde er Rektor der Düsseldorfer Lateinschule und pflegte des Öfteren Richtung Elberfeld ein kleines Tal aufzusuchen. Bizarre Kalkfelsen, bunte Pflanzenvielfalt und das Flüsschen Düssel sorgten für die rechte Kulisse zur Übung der Sangeskunst und Entfaltung der poetischen Ader. Es war bekanntermaßen “sein” Tal, und schon kurz nach seinem frühen Tod war auf einer Karte das “Neandertal” eingezeichnet.
Er brachte es immerhin auf eine Gesamtausgabe seiner Dichtung unter dem Titel “A et O, Joachim Neandri Glaub- und Liebesübung”, und “Lobe den Herren” wird noch heute gesungen. Hundertachtzig Jahre nach seiner persönlichen Entdeckung machte eine andere seinen Namen weltbekannt.
(Quelle: Brockhaus. Tageskalenderblatt vom 15. September 2005)