Die Jaqueline von Abahachi tut es zwar, aber sonst ist es ein durchaus seltenes Schauspiel “Pferde kotzen zu sehen”.
Erbrechen bei Pferden ist schon deshalb fast unmöglich, weil die Speiseröhre in einem sehr spitzen Winkel zum Magen des Pferdes führt. Bei den meisten Fällen, die man für Erbrechen hält, handelt es sich um eine Art von Würgen, das noch in der Speiseröhre befindliches Futter wieder nach draußen befördert. Dieses Futter tritt in der Regel durch die Nüstern, nicht durch den Mund aus, weil der Schlund, der Maul und Speiseröhre miteinander verbindet, wie ein Art Sicherheitsventil wirkt und Ausscheidungen aus dem Mund verhindert.
Aber warum verbietet die Natur, dass Pferde sich übergeben? Aufgrund ihres geringen Magenvolumens fressen Pferde fast ununterbrochen. Ihr Magenvolumen beträgt nur ein Zehntel des Magenvolumens einer Kuh - mit nur einer Magenfüllung pro Tag wäre ein Pferd schnell verhungert. Folglich verdauen und fressen Pferde gleichzeitig. Und ihr extrem langer Darm erlaubt ihnen ein Menge Futter. Könnten Pferde sich nun übergeben, würde sich die Natur selbst überlisten und riskieren, dass das Pferd mit seinem Pferdehunger nicht genügend Gras bekommt; eine ausreichende Ernährung wäre dann nicht mehr gewährleistet.
(Quelle: David Feldmann. Warum ist die Banane krumm? München, 1994)